Die Natur hat in der kalten Jahreszeit einiges an erstaunlichen Naturerscheinungen zu bieten.
Schnee und Eis sind spannende Phänomene, die es zu entdecken gilt und die auf Kinder eine unglaubliche Faszination ausüben. Schnee, der leise rieselt und bei uns im Alltag viele Sinneserfahrungen mit sich bringt: neugierige Augen, die strahlend sehen, warme Hände, die fühlen, kleine Nasen, die riechen, und Münder, die den kühlen Schnee lecken und schmecken, sowie die Ohren, die achtsam dem knirschenden Schnee unter den Sohlen lauschen. All das weckte ganz viel Entdeckungsfreude auf eine besondere Art und Weise.
Unsere jüngsten Kinder hatten heute ein kleines, aber ganz schönes Lernabenteuer im Schneeparadies:
Sie hatten die Gelegenheit mit verschiedensten Alltagsgegenständen zu experimentieren – Nudelsieb, Trichter, Quirl, große und kleine Körbe, Schüsseln, Pfannenwender sowie Rührlöffel und vieles mehr.
Und das Wunderbare: Sie brauchten kaum äußere Anleitung; das Lernen kam aus ihnen selbst. Bereits die jüngsten Krippenkinder besitzen einen Fundus an innerer Motivation und großen Forscherdrang, sodass sie uns als Erwachsene an die Hand nahmen und uns an ihrem Spiel teilnehmen ließen:
Für uns als Erzieher löste das Tun und Erleben der Kinder, großes Staunen und tiefe Freude aus. Wir möchten sie gern mit in unsere Beobachtungen hineinnehmen, die uns ehrlich berührten:
- Gefühl von Sicherheit und Vertrauen: Die Kleinen suchten kurz Blickkontakt, hörten den sanften Anweisungen zu und fühlten sich sofort sicher genug, selbst allein auf Erkundungstour zu gehen.
- Neugier und Fokus: Mit staunenden Augen und kleinen, zielgerichteten Bewegungen erkundeten sie die Schneelandschaft und Materialien um sich herum.
- Freude am eigenständigen Tun: Jedes Kind entschied, wie viel Schnee in das Gefäß gefüllt wurde, wann der Trichter genutzt wird oder wieviel Schnee in das Nudelsieb passte. Sie schütteten, rührten, verteilten und probierten vorsichtig aus – alles in ihrem eigenen, wundervollen Tempo.
- Sinneswahrnehmungen: Die kalte Schneematte auf der Haut, das klirrende Geräusch des Eimers, der Geruch von frischer Winterluft – all das wurde zu sinnlichen Momenten, die schwer zu beschreiben, aber sofort spürbar für uns alle wurde.
- Experimentieren mit Formen und Mengen: Schichten von Schnee in verschiedenen Behältern, Umfüll- und Transportversuche zwischen Gefäßen, ein herzliches Helfen untereinander, das Sortieren von grob zu fein – all diese Dinge waren kleine Lehrvorgänge in Mengen, Abständen und Gleichgewicht.
- Feinmotorik und Koordination: Das Festhalten des Quirls, das präzise Ansetzen des Trichters, das vorsichtige Drehen des Nudelsiebs – all das stärkte die Handmuskeln, Fingergreifgefühl und Koordinationsfähigkeiten der Kinder.
- Geduld und Ausdauer: Jedes Experiment verlangte manchmal mehr Zeit. Die Kinder lernten, geduldig zu warten, bis Materialien ihren Zustand änderten, und neue Schritte zu versuchen.
- Kommunikation und soziales Lernen: Die Kinder teilten Materialien, schauten einander zu, gaben kurze Erklärungen oder fanden gemeinsam bessere Wege – so entstand ein kleines Teamgefühl und gegenseitiger Respekt.
- Rühren, Verteilen, Transportieren: Durch das Umrühren mit dem Quirl, das Verteilen der Schneemasse in unterschiedlichen Gefäßen und das Transportieren von Material von einem Ort zum anderen entwickelten sie Fein- und Grobmotorik, räumliche Wahrnehmung sowie Konzentration.
- Problemlösefähigkeit erproben: Wenn etwas zu fest klebte oder der Schnee zu nass war, fanden die Kinder eigene Wege, Lösungen zu probieren – oft durch gemeinsames Versuchen, Abwarten und neues ausprobieren.
Die kalte Jahreszeit erinnert uns daran, wie viel Freude wir in der tiefen Verbundenheit mit Natur und den eigenen Bedürfnissen, im einfachen Tun sich wiederspiegelt. Spielhandlungen, die erste Schritte zur Erprobung in naturnahen Raum bieten, bedürfen somit keine vorgefertigten Ideen, sondern eine Weise, die Kinder ganz von sich aus selbst motiviert, Phantasie und Kreativität entfalten lässt und sie leitet. All das lässt Kinder mit allen Sinnen (er-)leben.
Wir freuen uns darauf, diese herzlichen und neugierigen Momente weiter mit Ihren Kindern zu erleben und gemeinsam weitere kleine Lernabenteuer im Schnee zu entdecken. Der Winter für Kinder bedeutet für uns vor allem viel Spaß im freien, körperlichen Wohlbefinden in der Natur und liebevolle Begleitung.
Um es mit Worten der Pädagogik von Emilia Reggio zu sagen:
„Nichts ist im Verstand, was nicht zuvor in den Sinnen war“.






































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